Über diesen Blog
Um den Hintergrund dieser Homepage ein wenig zu verdeutlichen, hier ein Auszug aus einem Schreiben an potentielle Förderer meines FSJ in Norwegen:
„Die ersten Abiprüfungen sind nun geschafft und es stellt sich für mich schon seit längerem die Frage, was ich nach dem Abitur machen werde. Ich habe zwei Auslandsaufenthalte in Gastfamilien in England sowie den USA verbracht und so Eindrücke vom Leben in einem gänzlich unterschiedlichen Umfeld vermittelt bekommen. So entstand für mich der Reiz, eine längere Zeit im Ausland zu verbringen.
Seit den Sommerferien 1999 fahre ich mit der Sozialistischen Jugend Deutschlands – die Falken – auf Kinder- und Jugendfreizeiten. In den Sommerzeltlagern leben Kinder und Jugendliche in Zeltdörfern, nach Alter gegliedert, drei Wochen zusammen. Von Anfang an begeisterte mich im Falken-Zeltlager vor allem die Möglichkeit, viele neue Kontakte zu knüpfen und drei Wochen in einer Gemeinschaft, von den gewohnten Lebensumständen zu Hause entfernt, zu verbringen.
Da ich mit diesen Zeltlagern viele positive Erfahrungen verbinde, entschied ich selbst Gruppenleiter zu werden. So nahm ich an einer Jugendgruppenleiter-Ausbildung teil und fahre seit den Sommerferien 2006 selber als ehrenamtlicher Gruppenleiter auf den Freizeiten mit. Die gesammelten Erlebnisse in Bezug auf das Zusammenleben von Menschen verschiedenster Kulturen und unterschiedlicher sozialer Schichten auf kleinem Raum weckten mein Interesse an deren Leben und Herkunft. So entwickelte sich der Gedanke, während bzw. anstelle meines Zivildienstes einen Beitrag zur Völkerverständigung und für ein gemeinsames, gleichgestelltes Leben aller Menschen zu leisten.
Vor diesem Hintergrund habe ich nach Möglichkeiten gesucht, meinen Zivildienst in Form eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Ausland zu verbringen. Nachdem ich mich mit meiner Bewerbung und in einem Auswahlseminar qualifiziert hatte, bietet mir die gemeinnützigen Organisation „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.“ (ASF) die Gelegenheit hierzu. Im Bewusstsein, dass die Folgen des Nationalsozialismus noch immer spürbar sind und nur durch intensiven Dialog überwunden werden können, setzt sich die ASF für eine Verständigung zwischen den Generationen, Kulturen, Religionen und Völkern ein.
Ab dem 1. September 2008 werde ich für 12 Monate in Andebu (einem kleinen Ort in Süd-Norwegen, etwa 100 km von Oslo entfernt, der zu deutsch mit „Entenhausen“ übersetzt werden könnte) arbeiten. Mein Projekt heißt Stiftelsen Signo und ist eine Gehörloseneinrichtung. Ich werde im Bereich „Andebu Kompetanse- und Skolesenter“ arbeiten. Das ist eine Schule mit Wohnmöglichkeit für gehörlose Kinder und Jugendliche, die außerdem andere geistige und/oder körperliche Behinderungen haben.
Hier werde ich an der schulischen Förderung, der Betreuung im Wohn- und Freizeitbereich sowie an der Freizeitgestaltung der Bewohner mitarbeiten.“
In diesem Blog werde ich versuchen meine Eindrücke von Norwegen zu vermitteln und euch an meinem Jahr in Andebu teilhaben zu lassen.
Viel Spass!
Timo
Oktober 26, 2008 um 4:18
Hi Timo,
toll, dass es dir gut geht und gefällt. Falls du Lust zu schreiben hast – mich würde mal interessieren, wie die „Kids“ sind, mit denen du arbeitest, wie ihr euch verständigt und wie es dir damit überhaupt so geht? Hast du denn eigentlich eine nette Mitbewohnerin und gibts die Katze noch? Oder sitzt du jeden Abend allein in deinem Zimmer und guckst auf Felder und Felder und ins Dunkel???
Lieben Gruß aus Essen
Eva