Archiv für September 2008

Vorbereitungsseminar am Oslofjord

September 29, 2008

Nach der Abschluss-Party in Hirschluch bin ich am 11. September mit den acht anderen Norwegen Freiwilligen nach Oslo geflogen. Hier wurden wir von von unserer Länderbeauftragten Verline Backofen, sowie drei weiteren Freiwilligen empfangen, die schon seit etwa einem halben Jahr in Norwegen sind, da sie einen Dienst über 15 Monate leisten.

Von Oslo aus fuhren wir nun mit der Fähre den Oslofjord entlang um zu einer Hütte,  unserem zu Hause für die erste Seminarhälfte, zu gelangen. Auf der Fähre konnten wir die Skyline von Oslo sowie die umliegende Natur bewundern und mir wurde das erste mal bewusst, dass ich nun in dem Land angekommen bin, in dem ich das nächste Jahr leben und arbeiten werde – ein ziemlich komisches und ungewohntes Gefühl nun wirklich angekommen zu sein und die gewohnte Heimat für so eine lange Zeit zu verlassen.
Der Fährfahrt folgte noch eine halbstündige Busfahrt sowie ein ca. 45 minütiger Marsch durch den Wald und am Fjord entlang, bis wir endlich unsere Hütte erreicht hatten. Diese lag mitten in der Wildniss und mir wurde etwas mulmig bei dem Gedanken auch in der Folgezeit in einem Dorf, abseits der gewohnten Großstadt zu leben.

Das fünftägige Hüttenseminar war inhaltlich vor allem von drei Punkten geprägt: Hauptsächlich haben wir uns mit Norwegen an sich beschäftigt. Wir haben die norwegische Geschichte kennengelernt, versucht Parteiprogramme auf norwegisch zu lesen (und uns somit richtig mit der Sprache auseinander gesetzt, die zum Glück viele dem deutschen ähnliche Wörter enthält) sowie über Kultur und norwegische Eigenheiten gesprochen (so ist es in Norwegen zum Beispiel üblich, sobald das Essen auf dem Tisch steht, anzufangen und nicht etwa auf fehlende Personen zu warten oder erst zu beginnen wenn alle Essen haben).
Weiterhin haben wir uns mit unserer persönlichen Motivation nach Norwegen zu kommen auseinandergesetzt, die Geschichten unserer Familien besprochen und einen Brief mit Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen an uns selbst verfasst (diesen bekommen wir beim Zwischenseminar, nach einem halben Jahr in Norwegen, wieder).
Abschließend wurde allerlei Organisatorisches besprochen. So muss ich in der nächsten Woche noch allerlei Behördengänge erledigen, die in der Hütte vorbereitet wurde.

Neben diesem inhaltlichen Programm, hatten wir natürlich die Gelegenheit unsere Mitfreiwilligen kennen zu lernen. Eine spannende Erfahrung, mit sovielen unterschiedlichen Charakteren aufeinander zu treffen, aber ich komme mit allen gut klar.
Wir waren im Osloford baden ( verdammt kalt!! ), haben Fussball gespielt, Lagerfeuer gemacht, zusammen gekocht, waren einen Abend in Oslo feiern, oder haben einfach nur zusammen am Kamin gesessen (gequatscht, Karten gespielt, Musik gehört, gelesen, etc.)

Nach diesen , von der Natur geprägten, ersten Norwegen-Eindrücken sind wir nach 5 Tagen zurück nach Oslo, zur zweiten Seminarhälfte, gefahren…

Vorbereitungsseminar in Hirschluch

September 17, 2008

Liebe Förderer, Liebe Freunde, Liebe Interessierte

Nach zehn Tagen Seminar in der Nähe von Berlin und fünf Tagen in einer kleinen Hütte in Norwegen bin ich nun für fünf Tage in Oslo, habe endlich wieder Internetzugang und komme dazu in meinen Blog zu schreiben um euch zu berichten wie es mir bisher ergangen ist:

Das Vorbereitungsseminar fand in einer Jugendbegegnungsstätte in Hirschluch, einem kleinen Ort in Brandenburg statt. Hier trafen zum ersten mal alle 150 ASF-Freiwilligen, die in die verschiedensten Länder gehen (USA, Israel, und ein großer Teil Europa), aufeinander. Die Jugendbegegnungsstätte ist wie ein kleines Dorf aufgebaut, so wohnten wir in verschiedenen Häusern auf dem Gelände verteilt. Weiterhin gab es ein Hauptgebäude mit Essenssaal, eine kleine Kapelle und einen Plenumssaal.
Ich wohnte zusammen mit Hannes (einem guten Freund von mir der in die USA geht – seinen Blog findet ihr rechts bei den Verlinkungen) und fünf weiteren Freiwilligen in einer kleinen Hütte, etwas abgelegen im Wald.

Das Seminar fand in Kleingruppen, gegliedert nach Ländern oder Projektbereichen, statt. In den Ländergruppen hatten wir die Möglichkeit mit ehemaligen Freiwilligen zu sprechen, erste Eindrücke der Landeskultur zu sammeln und uns auf unser jeweiliges Land einzustellen.

Hauptsächlich arbeiteten wir jedoch in den Projektarbeitsgruppen (PAG). Ich war in der PAG “Arbeit mit Menschen mit Behinderung” (Ich arbeite in einem Gehörlosen-Projekt). Hier hatten wir die Möglichkeit uns mit dem Thema Behinderungen allgemein auseinander zu setzten, lernten aber auch erste praktische Maßnahmen. So kann ich jetzt Menschen die Zähne putzen, sie wickeln oder füttern.

Abgesehen von diesem Hauptaugenmerk haben wir uns in unseren PAG’s mit der Geschichte und dem Anliegen und der Geschichte von ASF ausgiebig beschäftigt. Wer sich hierfür näher interessiert kann einiges auf der Homepage von ASF (siehe Link) nachlesen.

Neben der Arbeit in Kleingruppen hatten wir allerlei Rahmenprogramm: Wir haben verschiedene Vorträge gehört, ein Theater mit Behinderten (“RambaZamba”) besucht und uns sonst die Zeit mit Sport oder musizieren vertrieben.

Insgesamt denke ich, dass mir die Zeit in Hirschluch viel gebracht hat. Sowohl das Seminar an sich, als auch für zehn Tage mit 150 anderen Freiwilligen auf engstem Raum zu leben, Vorfreude, Sorgen und Ängste zu teilen, hat mir bei der Vorbereitung geholfen!

Jetzt gehn wir in eine norwegische Oper, sobald ich wieder Zeit habe werde ich euch vom Seminar in der Hütte erzählen…

Alle ASF-Freiwilligen (das Bild soll ein Ampelmännchen darstellen…)