Nach der Abschluss-Party in Hirschluch bin ich am 11. September mit den acht anderen Norwegen Freiwilligen nach Oslo geflogen. Hier wurden wir von von unserer Länderbeauftragten Verline Backofen, sowie drei weiteren Freiwilligen empfangen, die schon seit etwa einem halben Jahr in Norwegen sind, da sie einen Dienst über 15 Monate leisten.
Von Oslo aus fuhren wir nun mit der Fähre den Oslofjord entlang um zu einer Hütte, unserem zu Hause für die erste Seminarhälfte, zu gelangen. Auf der Fähre konnten wir die Skyline von Oslo sowie die umliegende Natur bewundern und mir wurde das erste mal bewusst, dass ich nun in dem Land angekommen bin, in dem ich das nächste Jahr leben und arbeiten werde – ein ziemlich komisches und ungewohntes Gefühl nun wirklich angekommen zu sein und die gewohnte Heimat für so eine lange Zeit zu verlassen.
Der Fährfahrt folgte noch eine halbstündige Busfahrt sowie ein ca. 45 minütiger Marsch durch den Wald und am Fjord entlang, bis wir endlich unsere Hütte erreicht hatten. Diese lag mitten in der Wildniss und mir wurde etwas mulmig bei dem Gedanken auch in der Folgezeit in einem Dorf, abseits der gewohnten Großstadt zu leben.
Das fünftägige Hüttenseminar war inhaltlich vor allem von drei Punkten geprägt: Hauptsächlich haben wir uns mit Norwegen an sich beschäftigt. Wir haben die norwegische Geschichte kennengelernt, versucht Parteiprogramme auf norwegisch zu lesen (und uns somit richtig mit der Sprache auseinander gesetzt, die zum Glück viele dem deutschen ähnliche Wörter enthält) sowie über Kultur und norwegische Eigenheiten gesprochen (so ist es in Norwegen zum Beispiel üblich, sobald das Essen auf dem Tisch steht, anzufangen und nicht etwa auf fehlende Personen zu warten oder erst zu beginnen wenn alle Essen haben).
Weiterhin haben wir uns mit unserer persönlichen Motivation nach Norwegen zu kommen auseinandergesetzt, die Geschichten unserer Familien besprochen und einen Brief mit Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen an uns selbst verfasst (diesen bekommen wir beim Zwischenseminar, nach einem halben Jahr in Norwegen, wieder).
Abschließend wurde allerlei Organisatorisches besprochen. So muss ich in der nächsten Woche noch allerlei Behördengänge erledigen, die in der Hütte vorbereitet wurde.
Neben diesem inhaltlichen Programm, hatten wir natürlich die Gelegenheit unsere Mitfreiwilligen kennen zu lernen. Eine spannende Erfahrung, mit sovielen unterschiedlichen Charakteren aufeinander zu treffen, aber ich komme mit allen gut klar.
Wir waren im Osloford baden ( verdammt kalt!! ), haben Fussball gespielt, Lagerfeuer gemacht, zusammen gekocht, waren einen Abend in Oslo feiern, oder haben einfach nur zusammen am Kamin gesessen (gequatscht, Karten gespielt, Musik gehört, gelesen, etc.)
Nach diesen , von der Natur geprägten, ersten Norwegen-Eindrücken sind wir nach 5 Tagen zurück nach Oslo, zur zweiten Seminarhälfte, gefahren…

